Wollten Sarg-Kidnapper Lösegeld für Schäubles Leiche erpressen? | Regional


Offenburg – Wer hat das Grab von CDU-Legende Wolfgang Schäuble († 81) geschändet – und vor allem: warum?

Der Staatsschutz der Polizei Offenburg (Baden-Württemberg) ermittelt „in alle Richtungen“. Am Montag entdeckten Friedhofsmitarbeiter ein 1,2 Meter tiefes Loch am Grab des ehemaligen Bundestagspräsidenten. Bis zum Sarg waren sie allerdings nicht vorgedrungen.

Friedhofsgärtner Benjamin Ludwig (37) aus Dortmund (NRW) zu BILD: „Jemand, der den richtigen Spaten und die richtige Technik hat, braucht für 1,2 Meter rund 90 Minuten. Unerfahrene dürften zwei Stunden brauchen.“

Er gehe davon aus, dass der oder die Täter gestört worden sind. Aber was will jemand mit dem Sarg des Ausnahme-Politikers? Ist sogar die Entführung eines Toten möglich, um Lösegeld zu erpressen?

Wolfgang Schäuble starb am 26. Dezember 2023

Wolfgang Schäuble starb am 26. Dezember 2023

Foto: IMAGO/Political-Moments

Im November 2008 war die Leiche des deutsch-österreichischen Milliardärs Friedrich Karl Flick (†79) aus einem Mausoleum in Velden (Österreich) gestohlen worden. Hinter dem Sarg-Klau steckte eine Bande aus Ungarn, die von der Familie dann mehrere Hunderttausend Euro „Lösegeld“ erpresste.

Oder im März 1978 der irre Fall aus der Schweiz: Zwei Automechaniker gruben den Sarg von Komiker Charlie Chaplin aus. Sie wollten 600 000 Dollar erpressen – um sich den Traum einer eigenen Werkstatt zu erfüllen. Sie wurden gefasst, der Sarg samt sterblichen Überresten gerettet.

Ist das auch im Schäuble-Fall das Motiv?

Rainer Wendt (67), Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), zu BILD: „Natürlich wäre auch denkbar, dass hochkriminelle Täter dahinterstecken, die so ein Sarg-Kidnapping mit dem Ziel der Erpressung von Geld durchführen wollten.“

DPolG-Chef Rainer Wendt

DPolG-Chef Rainer Wendt

Foto: BILD

Das droht dem Grabschänder

Innenministerin Nancy Faeser (53, SPD) kündigt eine „harte Verfolgung“ der Täter an. Ein neuer Begriff für einen Politiker. Eine harte Strafe fordert sie nicht. Vermutlich weil sie weiß, dass es keine harten Strafen geben wird, auch wenn die Tat noch so gruselig wie widerwärtig ist.

Rechtsanwalt Marc Wederhake

Rechtsanwalt Marc Wederhake

Foto: privat

Der renommierte Münchner Strafverteidiger Marc Wederhake erklärt auf BILD-Anfrage: „Hier spielen mehrere Faktoren für eine Strafzumessung eine Rolle, die laut Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vorsieht.“

Leave a Reply

Scroll to Top