Wir müssen die IT-Ausbildung reformieren



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“Wir müssen verpflichtenden Informatikunterricht an die AHS-Oberstufe bringen und die IT-Lehre weiter ausbauen.”

Alfred Harl

Obmann FV UBIT, WKÖ

Die verstärkte Vermittlung von Informatikkenntnissen in der Schulausbildung und dazugehörig die Forderung nach zwei fixen Wochenstunden Informatikunterricht in der AHS-Oberstufe sind Teil der IT-Bildungsreform, für die sich der Fachverband ausspricht. “Hier meinen wir ,echten’ Informatikunterricht, der sich mit Coding, Cybersicherheit und mehr beschäftigt”, erläutert Martin Zandonella, Obmann-Stellvertreter des FV UBIT. Zudem soll die IT-Lehre in ganz Österreich ausgebaut werden. “Eine Lehre in der IT ist eine Jobgarantie für die Zukunft”, so Zandonella.

Hilfe zur Selbsthilfe: Die IT-Lehre im Blick

In der Salzburg AG werden zurzeit etwa 15 Lehrlinge im IT- und Elektronikbereich ausgebildet. Die Lehre zum IT-Betriebstechniker beispielsweise dauert vier Jahre. Faszination für Informationstechnologie und Digitalisierung sollte man für eine solche Ausbildung in jedem Fall mitbringen. Auf die Frage, welche Bedeutung IT sowie die Digitalisierung im Geschäftsfeld des Salzburger Energielieferanten haben, gibt es eine klare Antwort: “Technologie und Digitalisierung liefern die Grundlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien beziehungsweise für nachhaltige Mobilität. Egal ob es um Photovoltaiklösungen, Energiegemeinschaften oder das Thema E-Mobilität geht”, so die Stabsstelle Unternehmenskommunikation.

Auch im Gesundheitswesen fehlen IT’ler. Die Barmherzigen Brüder haben sich dieses Mangels zuletzt ebenfalls selbst angenommen und bilden in einer eigens kreierten IT-Lehrakademie im Bereich “Informationstechnologie mit Schwerpunkt Systemtechnik” seit geraumer Zeit selbst Lehrlinge aus. Wie ist es dazu gekommen? “In modernen Gesundheitseinrichtungen ist die IT ein wichtiger Bestandteil für die bestmögliche Versorgung der uns anvertrauten Menschen – von der multimedialen digitalen Patientenakte bis hin zu WLAN am Patientenbett”, sagt Adolf Inzinger, Gesamtleiter der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder. Für den Weg in die IT gibt es in dem Fall drei Möglichkeiten: die klassische duale Lehre (Dauer: vier Jahre), die Lehre mit Matura oder in verkürzter Version im Anschluss an die Reifeprüfung. “Eine exzellente, praxisnahe und teamorientierte Ausbildung junger Menschen ist mir besonders wichtig – mit der IT-Lehrakademie haben wir dafür die perfekten Voraussetzungen geschaffen”, ist Gerhard Schrittesser, Bereichsleitung IT-Operations, Barmherzige Brüder, überzeugt.

Studiengänge rund um das digitale Zeitalter

An der Fachhochschule Salzburg schaut man der Notwendigkeit von zukunftsgerichteten Ausbildungen im digitalen Zeitalter ebenfalls ins Auge: So wurden jüngst vier neue Studiengänge aus der Taufe gehoben, die im kommenden Herbst-/Wintersemester starten. Die Themen reichen dabei von künstlicher Intelligenz (KI) und Data Science über Robotik bis hin zu Cyber-Security und 3D-Animation.

“Unser Zugang ist es, künstliche Intelligenz zukunftsfähig und aus einem europäischen Blickwinkel heraus zu gestalten.”

Stefan Wegenkittl

Studiengangsleiter, FH Salzburg

Laut FH Salzburg sind es die künstliche Intelligenz, Machine Learning und Data-Science-Technologien, die die Lebens- und Arbeitsbereiche, vor allem auch in der Zukunft, hochgradig durchdringen werden. So setzt sich der Studiengang “AI for Sustainable Technologies” mit der nachhaltigen, zukunftsfähigen Integration von KI in Gesellschaft und Wirtschaft auseinander. Studiengangsleiter Stefan Wegenkittl: “KI zukunftsfähig und aus einem europäischen Blickwinkel heraus gestalten – der Anspruch ist ein von technischem Detailwissen inspirierter, von gesellschaftlichem Verständnis getragener und von engagierter Reflexion geprägter Zugang.”

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