Wiener Vizebürgermeister Wiederkehr startet „Prinzip Wien“ | Stadt Wien


Die Stadt Wien eröffnet einen seriösen Diskurs über Prinzipien des Zusammenlebens

Wien (OTS) Vizebürgermeister und Integrationsstadtrat Christoph Wiederkehr präsentierte am Montag seinen Plan, um einen breiten Dialog zu führen und ein funktionierendes Zusammenleben zu sichern.

Bereits im Herbst 2023 forderte Wiederkehr einen nationalen Schulterschluss und übte Kritik an der ÖVP-geführten Bundesregierung: „Seit meinem Appell ist nichts passiert – außer, dass eine scheinheilige Debatte über eine sogenannte Leitkultur losgetreten wurde. Dieser unseriöse Diskurs ohne den klaren Blick in eine gemeinsame Zukunft steht für mich sinnbildlich für die Politik der ÖVP: eine Politik der Anstandslosen!“

Wiederkehr betonte, dass weltweite Krisenherde auch in Wien, so wie in vielen Teilen Europas, kulturelle Konflikte an die Oberfläche gebracht hat. Daher dürfen Missstände wie ein mittelalterliches Frauenbild, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit oder Hass auf LGBTIQ-Personen nicht hingenommen werden. Eine weltoffene und vielfältige Gesellschaft dürfe bei existenten und ernsten Problemen nicht wegschauen.

Vizebürgermeister Wiederkehr gab einen Ausblick auf die nächsten Monate: „Wenn auf Bundesebene nichts passiert und kein nationaler Schulterschluss möglich ist, gehe ich voran und starte das ‚Prinzip Wien‘. Um das Prinzip mit Leben zu erfüllen, habe ich einen klaren Plan.“

Großer Wertekonvent „Prinzip Wien“ im Herbst 2024

So wird sich „W.I.R. – der Wiener Integrationsrat” in seinem nächsten Statement – dessen Veröffentlichung für Ende des Jahres vorgesehen ist – mit demokratischen Grundhaltungen und gruppenbezogenen Abwertungstendenzen in unserer Einwanderungsgesellschaft beschäftigen.

Im Auftrag der Stadt Wien wird der Soziologe und Integrationsexperte Kenan Güngör eine Studie erstellen, im Zuge derer vorhandene Abwertungshaltungen unter Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in Wien erhoben werden. Gemeinsam wird ergründet, woher diese für das Zusammenleben problematischen Haltungen kommen und wie gegen sie vorgegangen werden kann.

Zudem ist für Herbst 2024 der Wertekonvent „Prinzip Wien“ geplant, bei dem Vertreter*innen der verschiedenen Communities, der Religionsgemeinschaften, von Politik und Verwaltung zusammenkommen und in partizipativen Formaten über gemeinsame demokratische Werte sprechen und darüber, was getan werden kann, damit sich alle Menschen in Wien auf Grundlage dieser Werte an diese Prinzipien halten.

Menschenwürde, Demokratie und Pluralismus sind für Wiederkehr in einer offenen und aufgeklärten Gesellschaft nicht verhandelbar.

„Wien ist eine Stadt mit Prinzipien und an diese Prinzipien muss man sich halten, um Teil der Gesellschaft zu sein. Prinzipien und demokratische Werte müssen von allen geteilt und praktiziert werden“, so Wiederkehr, der Beispiele gab, was das Prinzip Wien für ihn bedeutet: „Wer in Wien lebt, dem muss klar sein: Deutsch zu lernen ist nicht optional, sondern Pflicht! Wer in Wien lebt, dem muss klar sein: Wir respektieren Pädagog*innen und nehmen ihre Rolle sehr ernst. Und wer in Wien lebt, dem muss klar sein: Gesetze werden vom Staat gemacht und nicht von Gebetsbüchern!“

Rückfragen & Kontakt:

Stephan Maier
Mediensprecher Vizebürgermeister Wiederkehr
stephan.maier@wien.gv.at
Tel.: +43 1 4000 83213

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