Verwaltungsnotstand bringt Wiener Lehrkräfte um Hunderte Euro


Im Schnitt dauert es rund drei Jahre bis eine Lehrkraft in Wien korrekt eingestuft ist, sagt mit Simon Lechner der Vorsitzende der Österreichischen Professoren Union (ÖPU). Schuld an den  “unglaublichen Verzögerungen” bei den Berechnungen von Vordienstzeiten sowie den damit verbundenen “massiven Einkommensverlusten” sei der jahrelange Personalmangel in der Bildungsdirektion Wien. Zuständig für die Berechnungen ist in der Bildungsdirektion der Präsidialbereich. “Dort herrscht aber ein großer Verwaltungsnotstand”, fordert Lechner daher umgehend mehr Personal und berichtet bei den Sachbearbeitern von einem “hohen Frustpotenzial”.

“Teils drastische Netto-Lohneinbußen”

Die Interessensgemeinschaft ÖPU rechnet vor: Hat eine Lehrkräfte drei Jahre an Vordienstzeiten und braucht die Bildungsdirektion drei Jahre für die Einstufung, so sei das Brutto-Gehalt für diesen Zeitraum um beinahe 18.000 Euro zu gering bemessen. Bleibt der Akt einer Lehrkraft mit acht Jahren Vordienstzeiten vier Jahre unbearbeitet, so steige die Summe auf knapp 46.000 Euro.

Eine aktuelle Nachberechnung und Nachzahlung geschehe unverzinst. Neben der Inflation komme erschwerend noch hinzu, dass die punktuelle Nachzahlung zu einer höheren Versteuerung führe als monatlich höhere Gehaltszahlungen. “Am Ende entstehen somit durch die Säumigkeit der Bildungsdirektion für Wien teils drastische Netto-Lohneinbußen”, schreibt die ÖPU in ihrer Aussendung am Montag. Die Bildungsdirektion Wien ließ eine OÖN-Anfrage unbeantwortet.

In Oberösterreich “nicht so dramatisch”

Massive Nachtteile hätten in Wien auch schwangere Lehrerinnen, da zur Berechnung des Wochengelds und des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes das laufende — zu geringe — Gehalt herangezogen wird.  Zudem treffen die Verzögerungen, laut ÖPU,  ältere Quereinsteiger, die üblicherweise ein höheres Ausmaß an Vordienstzeiten vorweisen würden. 

In Oberösterreich sei die Situation “nicht so dramatisch”, wie Werner Hittenberger aus dem ÖPU-Fachausschuss für Oberösterreich mitteilt. Die korrekte Einstufung würde im Bereich zwischen drei und sechs Monaten liegen.

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Daniel Gruber

Redakteur Oberösterreich

Daniel Gruber

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