Totgeschlagener Obdachloser: Hauptverdächtiger war nicht allein | Regional


Immenstadt (Bayern) – Die Trauer ist noch immer riesengroß in Immenstadt: Vor über einer Woche soll „Deutschlands berühmtester Obdachloser“ Martin H. (53) von einem Intensivtäter (17) totgeschlagen worden sein.

Martin H. konnte die Attacke noch selbst bei der Polizei anzeigen, starb aber einen Tag später an einer Hirnblutung.

Inzwischen gibt es neue Details zum Tathergang. Jeremy W., der Haupttatverdächtige, war bei dem Angriff auf den Obdachlosen nicht allein. Die Staatsanwaltschaft Kempten bestätigt auf BILD-Anfrage, dass noch drei weitere Jugendliche mit Jeremy W. unterwegs waren. Sie sollen aber nicht an der Tat beteiligt gewesen sein.

Tagsüber hielt sich Martin H. auf einer Parkbank am Bahnhof in Immenstadt auf. Inzwischen ist der Platz zu einem Ort der Trauer geworden

Tagsüber hielt sich Martin H. auf einer Parkbank am Bahnhof in Immenstadt auf. Inzwischen ist der Platz zu einem Ort der Trauer geworden

Foto: Theo Klein / BILD

Alle drei wurden bereits vernommen, doch über den Inhalt ihrer Aussagen schweigt die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen. Der mutmaßliche Täter sitzt seit seiner Festnahme in U-Haft.

Spendenaktion für Beerdigung

Der Allgäuer Hilfsfonds sammelt nun Geld für eine würdevolle Beerdigung von Martin H. Jeder zusätzliche Euro soll sozialen Zwecken gespendet werden. „Das wäre im Sinne unseres Martins gewesen“, sagt eine Bekannte. Der Verein garantiert – wie in anderen Fällen auch – einen sorgsamen Umgang mit den Spenden. Der Allgäuer Hilfsfonds unterstützt Menschen aus der Region, die unverschuldet in Not geraten sind, mit einer schweren Erkrankung kämpfen oder auf andere Weise von einem Schicksal getroffen wurden, das sie aus eigener Kraft nicht bewältigen können.

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„Unser Sohn braucht Hilfe“

Der junge Tatverdächtige ist laut seinen Eltern kein kaltblütiger Totschläger, sondern benötigt seit seiner Kindheit psychologische Hilfe. „Unser Sohn ist Autist“, erklärte seine Mutter gegenüber BILD. Die Eltern haben bereits zweimal eine dauerhafte Unterbringung für Jeremy beantragt.

Er verbrachte mehrere Aufenthalte in psychiatrischen Einrichtungen und zuletzt wochenlang in einer jugendpsychiatrischen Wohngruppe in München. Nur eine Woche nach seiner Rückkehr nach Immenstadt kam es zur tödlichen Attacke.

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