Tierschützer schlagen Alarm: Blutige Kuh-Kämpfe in der Schweiz | News


Aproz (Schweiz) – Mit voller Wucht knallen die Schädel der 750-Kilo-Kolosse aufeinander – und bis zu 10 000 Menschen ergötzen sich daran: Im 340-Einwohner-Dorf Aproz wurde am Wochenende die „Königin der Königinnen der Walliser Ringkampfkühe“ ermittelt. Tierschützer sind empört.

Seit 1922 findet das Spektakel statt, die Tourismuswerbung preist sie als „Höhepunkt echter Schweizer Tradition.“ Die Tierschutzorganisation Peta nennt es dagegen eine „absurde Veranstaltung“.

Vier Männer versuchen, zwei ineinander verhakte Kühe zu trennen

Vier Männer versuchen, zwei ineinander verhakte Kühe zu trennen

Foto: Olivier Maire/dpa

Das „Nationale Finale der Eringerrasse“ ist dabei nur das Ende einer ganzen Serie von Kuhkämpfen. Dabei betonen die Veranstalter, dass die Kämpfe ein ganz natürliches Verhalten der Eringer-Kühe sei. Schon immer hätten sie so die Rangfolge untereinander ermittelt. Und in der Regel komme kein Tier zu Schaden.

Eine unterlegene Kuh mit panisch aufgerissenen Augen und blutiger Nase

Eine unterlegene Kuh mit panisch aufgerissenen Augen und blutiger Nase

Foto: EPA

Dass die Kühe eine „strikte Rangordnung unter sich ausmachen“, bestätigt auch Peta. Dieses natürliche Verhalten nutze der Mensch aber in den Kuhkämpfen für seine Unterhaltung aus: „Hierzu werden die Kühe im Vorfeld teilweise jahrelang gezielt darauf getrimmt, aufeinander loszugehen. Manche Kühe müssen mehrere Jahre in Folge an den Kämpfen teilnehmen, bei denen die Tiere unter anderem mit den Köpfen aneinander prallen. Da sich ihre Hörner dabei kreuzen, können sich die Tiere verletzen.“

Im Herbst müssen Kühe trächtig kämpfen

Besonders verwerflich ist für die Tierschützer, dass die Kühe bei den Wettkämpfen nach dem Almatrieb im Herbst trächtig sein müssen – und den Winter auf den Bauernhöfen hauptsächlich in Anbindehaltung mit wenig Auslauf verbringen müssen: „Diese leidvolle Haltungsform trägt zu heftigen Auseinandersetzungen und teilweise schweren Verletzungen bei, wenn die Tiere im Laufhof aufeinandertreffen.“

Die meisten Zuschauer scheint das nicht zu stören, sie halten sich an die Tourismus-Werbung: „Einen unvergesslichen Tag genießen, umgeben von echter Tradition und lokalen Spezialitäten“

Peta hält dagegen: „Rinder kämpfen in der Natur nicht ohne Grund, sondern tun dies nur, wenn es notwendig ist. Es ist für die Tiere somit kein Spaß. Die Kuhkämpfe beruhen zwar auf einem natürlichen Verhalten, stellen in diesem absurden erzwungenen und gestellten Rahmen jedoch Tierquälerei dar.“

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Teaser-Bild

Quelle: YouTube/@diskuhsionwosnitza22

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