Täter werden „hart verfolgt“: Staatsschutz jagt Schäubles Grabschänder | Politik


Findet dieser Ausnahme-Politiker, der Deutschland so maßgeblich geprägt hat, denn nie seinen Frieden?

Ein irrer Attentäter schoss ihn 1990 mit zwei Kugeln in den Rollstuhl. Jetzt, 34 Jahre später, versuchte ein Unbekannter, das Grab von Politik-Legende Wolfgang Schäuble (51 Jahre Bundestag, „Architekt der Einheit“) auf dem Waldbachfriedhof in Offenburg (Baden) zu schänden. Er buddelte ein 1,20 Meter tiefes, trichterförmiges Loch.

STÖRUNG DER TOTENRUHE!

Städtische Mitarbeiter kamen mit Schaufeln, um die Würde der Grabstelle wieder herzustellen.

Städtische Mitarbeiter kamen mit Schaufeln, um die Würde der Grabstelle wieder herzustellen.

Foto: Stefanie Salzer-Deckert

Den Sarg erreichte der Täter – ihm drohen bis zu drei Jahre Knast – nicht. Dennoch ermittelt der Staatsschutz! Die Polizei (Telefon 0781 21-2820) bittet um Mithilfe bei der Jagd nach dem Täter, der wohl in der Nacht zum Montag zugeschlagen hat.

Nach BILD-Informationen werden derzeit Aufnahmen von Überwachungskameras der Umgebung ausgewertet.

Das Grab von Wolfgang Schäuble am Montag: Das gegrabene Loch wurde wieder zugeschüttet

Das Grab von Wolfgang Schäuble am Montag: Das gegrabene Loch wurde wieder zugeschüttet

Foto: Deckert/Pressebüro Freiburg

Städtische Mitarbeiter hatten gestern Vormittag den Erdaushub bemerkt. Daraufhin wurden diverse „Utensilien“ beschlagnahmt, um sie kriminaltechnisch zu untersuchen. BILD erfuhr: Darunter ist das Holzkreuz, das seit der Beerdigung am 5. Januar auf Schäubles Bestattungsstelle gestanden hatte. Einen Grabstein gab es noch nicht.

Die Hintergründe? Noch unklar, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der Staatsschutz sei aufgrund der Prominenz des Politikers aktiv geworden. Ein politisches Motiv ist möglich, ebenso versuchter Raub oder ein okkultes Ritual.

51 Jahre ohne Unterbrechung war Wolfgang Schäuble (†81, CDU) Abgeordneter des Deutschen Bundestags

51 Jahre ohne Unterbrechung war Wolfgang Schäuble (†81, CDU) Abgeordneter des Deutschen Bundestags

Foto: SWR – Südwestrundfunk/obs

Bärbel Bas: „Zeichen von Verrohung“

Schäubles Nachfolgerin, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (56, SPD) brachte die Tat in Verbindung mit gesellschaftlichen Veränderungen, sagte: „Es besorgt mich sehr, wenn einzelne Teile der Gesellschaft solche Zeichen von Verrohung zeigen.“

Blankes Entsetzen herrscht in Schäubles Partei, der CDU: Generalsekretär Carsten Linnemann (46) zu BILD: „Dass es Menschen gibt, die nicht einmal mehr die Totenruhe respektieren wollen, ist widerlich und lässt mich fassungslos zurück. Ich hoffe sehr, dass die Täter rasch gefasst werden.“ Manuel Hagel (36), Chef der CDU in Baden-Württemberg, zu BILD: „Diese Grabschändung ist pietätlos und eine krasse Respektlosigkeit.“

Wolfgang Schäuble wurde am 5. Januar 2024 unter großer öffentlicher Anteilnahme in seiner Heimatstadt beigesetzt

Wolfgang Schäuble wurde am 5. Januar 2024 unter großer öffentlicher Anteilnahme in seiner Heimatstadt beigesetzt

Foto: Fredrik von Erichsen

Innenministerin Faeser: Straftat „hart verfolgen“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (53, SPD) sprach von einer „widerwärtigen Straftat“, sagte zu BILD über ihren Amtsvorgänger: „Wolfgang Schäuble war einer der bedeutendsten Demokraten unserer Republik. Er hat sein ganzes Leben in den Dienst unseres Landes gestellt. Wir trauern weiterhin mit seiner Familie um diese große Persönlichkeit und diesen beeindruckenden Menschen.“

Ihre Ansage an den oder die Täter: „Wer meint, dieses Andenken beschmutzen und beschädigen zu können, begeht eine niederträchtige Straftat, die hart verfolgt werden muss.“

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