Studie: Deutschlandweit sind Altenpfleger am häufigsten krank | News



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Berlin – Ihr Job ist kräftezehrend und psychisch belastend: In keiner anderen Berufsgruppe melden sich Beschäftigte bundesweit so häufig krank wie in der Altenpflege.

Das geht aus einer Auswertung für das Jahr 2023 der Barmer Krankenversicherung hervor, die BILD vorliegt.

Jeder in der Altenpflege Beschäftigte fehlte demnach an durchschnittlich 39,8 Tagen krankheitsbedingt bei der Arbeit. Ein Anstieg von 0,7 Fehltagen zum Vorjahr. Alle Berufsgruppen eingeschlossen, fehlten die Barmer-Versicherten im letzten Jahr im Schnitt 24,3 Tage.

„Damit liegt die Berufsgruppe der Altenpflege 64 Prozent über dem Durchschnittswert aller Berufsgruppen des Jahres 2023“, so Sprecher Thorsten Jakob zu BILD.

Häufigste Ursache sind Depressionen

Die häufigste Ursache für die Fehlzeiten der Altenpflegekräfte waren laut der Analyse psychische Erkrankungen wie Depressionen (9,22 Tage). Dahinter folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen (9,19 Tage), Atemwegserkrankungen wie Husten und Schnupfen (6 Tage) und Verletzungen wie Verstauchungen und Bänderrisse (3,4 Tage).

Im Saarland liegt die Zahl der Kranktage in der Altenpflege sogar noch höher, bei im Schnitt 43,2 Tagen. Allerdings ist der durchschnittliche Krankenstand aller Berufsgruppen hier mit 28 Tagen auch höher als im Bundesschnitt.

„Für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege können Arbeitgeber sorgen. Dazu gehören möglichst planbare und familienfreundliche Arbeitszeiten“, sagte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Pflegedienste und -Heime müssten dazu verstärkt Ausbildungsplätze für Pflegehilfskräfte anbieten.

Allgemein sei die psychische Belastung für Pflegekräfte hoch. Dazu trage auch die Konfrontation mit schweren Krankheitsverläufen sowie dramatischen Todesfällen bei, so Kleis.

Krank zur Arbeit

Eine Pflegestudie der Krankenkasse und des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung zeigt, dass neben den hohen Fehlzeiten vier von zehn Pflegekräften zudem häufig trotz Krankheit arbeiten. Ein solches Verhalten stünde meist im direkten Zusammenhang mit Stress, mangelhafter Unternehmenskultur und Arbeitszufriedenheit.

Analysiert wurden dazu Ressourcen und Belastungen von rund 1000 Pflegekräften in der ambulanten und stationären Versorgung. Besonders häufig beobachteten die Studienmacher das Verhalten bei Pflegenden, die länger als 16 Jahre in ihrem Betrieb beschäftigt waren. Fast die Hälfte von ihnen gab an, häufig oder sehr häufig krank zu arbeiten.

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