Radiotest 2023: Abstand zwischen ORF und Privaten schmilzt



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Radio wird von der Bevölkerung Österreichs wieder stärker genutzt. 76 Prozent der Bewohner ab zehn Jahren hörten 2023 am Vortag einer Befragung zumindest 15 Minuten lang Radio. 2022 waren es 74,9 Prozent. Die tägliche Hördauer ist von 187 Minuten auf 202 Minuten gestiegen, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Radiotestdaten 2023 hervorgeht. Die ORF-Flotte büßte bei Reichweite und Marktanteil ein, während so mancher Privatsender wie “88.6 – so rockt das Leben” zulegte.

Die ORF-Radios kamen auf eine gesammelte Tagesreichweite von Montag bis Sonntag in Höhe von 56,7 Prozent. Damit lag gegenüber 2022 ein Rückgang von 1,5 Prozentpunkten vor. Ö3 ist das nicht anzulasten. Der Sender wartet nach wie mit dem reichweitenstärksten Radioprogramm des Landes auf und steigerte seine Reichweite von 30,5 Prozent auf 31 Prozent. Die Regionalsender des ORF erreichten gesammelt 25 Prozent Tagesreichweite (2022: 26,1 Prozent), wobei Radio NÖ mit 5,6 Prozent am stärksten performte. Auch Ö1 verzeichnete einen Rückgang von 9,8 auf 8,9 Prozent. FM4 konnte dagegen leicht von 3,6 Prozent auf 3,8 Prozent Reichweite zulegen.

Die inländischen Privatradios legten von 29,2 Prozent auf 34,2 Prozent Reichweite in der Zielgruppe 10+ zu. Die von der RMS vermarkteten Privaten (RMS Top) erreichten 33,5 Prozent der Bevölkerung (2022: 28,7 Prozent). Marktführer im Privatsektor ist Kronehit, das sich auf 11,8 Prozent Reichweite steigerte (+0,7 Prozentpunkte). Kräftig viel der Zuwachs für “88.6 – so rockt das Leben” aus. Der Radiosender kam auf 6,3 Prozent (+2,4 Prozentpunkte). Die Antenne Steiermark steigerte sich von 3,2 Prozent auf 3,6 Prozent, Energy Österreich von 1,9 Prozent auf 2,7 Prozent und Radio Arabella von 2 Prozent auf 2,6 Prozent.

Zieht man die jeweiligen Marktanteile in der Gesamtzielgruppe 10+ heran, verlor der ORF 6 Prozentpunkte und landete bei 62 Prozent. Ö3 war mit 28 Prozent (2022: 29 Prozent) Marktführer, die ORF-Regionalradios mit 27 Prozent knapp dahinter. Ö1 verbuchte 6 Prozent, FM4 2 Prozent Marktanteil.

Die inländischen Privatsender kamen gesammelt auf 35 Prozent Marktanteil (2022: 29 Prozent). Kronehit blieb mit 8 Prozent stabil, während 88.6 von 4 Prozent auf 6 Prozent zulegte.

In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zeigte sich ein ähnliches Bild: Ein Minus beim ORF traf auf ein Plus bei den Privaten. In puncto Tagesreichweite blieb die ORF-Radioflotte mit 48,2 Prozent noch weitgehend stabil (-0,7 Prozentpunkte). Ö3 verlor 0,8 Prozentpunkte und landete damit bei 34,7 Prozent Reichweite. Die ORF-Regionalradios legten 0,3 Prozentpunkte auf 13,8 Prozent zu, ebenso hoch fiel der Zuwachs für FM4 mit 5,5 Prozent Reichweite aus. Ö1 verlor einen halben Prozentpunkt und kam damit auf 5 Prozent Reichweite.

Die inländischen Privatradios bauten ihre Reichweite markant auf 44,7 Prozent aus (2022: 39 Prozent). Die RMS-Top-Sender kamen dabei auf 44,2 Prozent. Kronehit erzielte 17,9 Prozent (2022: 17,4 Prozent). 88.6 kratzte mit 9,9 Prozent (2022: 6,3 Prozent) an der 10-Prozent-Marke. Energy Österreich wies der Radiotest 4,5 Prozent und der Antenne Steiermark 4,3 Prozent Reichweite aus.

Bewegung gab es auch bei den Marktanteilen in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Die ORF-Radios verloren 6 Prozentpunkte und kamen damit auf 49 Prozent. Ö3 machte davon mit 32 Prozent den größten Brocken aus (-3 Prozentpunkte). Die Regionalradios kamen zusammen auf 12 Prozent, FM4 als auch Ö1 auf jeweils 3 Prozent.

Die inländischen Privatradios schlossen mit vereinten Kräften zum ORF auf (49 Prozent; +6 Prozentpunkte). Entgegen dem Trend verlor Kronehit einen Prozentpunkt und erreichte 13 Prozent Marktanteil. Großer Gewinner war erneut 88.6 mit einem Zuwachs von 4 Prozentpunkten auf 10 Prozent Marktanteil. Energy Österreich verbuchte wie auch die Antenne Steiermark und Life Radio OÖ 3 Prozent Marktanteil.

Der Radiotest basiert auf rund 22.700 zwischen Jänner und Dezember 2023 mit Personen ab 10 Jahren durchgeführten Interviews. Ursprünglich war die Radiotest-Veröffentlichung bereits im Februar geplant. Aufgrund “umfangreicher qualitätssichernder Maßnahmen” kam es jedoch zu einer Verschiebung. Die Online-Interviews von 14- bis 49-Jährigen wurden auf 14- bis 69-Jährige ausgeweitet und der Anteil der Onlineinterviews von 10 Prozent auf 20 Prozent erhöht.

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