Neue Studie enthüllt: Kita-Chaos kostet Wirtschaft Milliarden | Geld


Deutschland braucht mehr Menschen im Arbeitsmarkt! Die Krux: viele Eltern WOLLEN mehr arbeiten, KÖNNEN aber nicht – weil Betreuungsplätze fehlen. Und das ist nicht nur ein riesiges Problem für viele Eltern, es kostet auch Deutschlands Wirtschaft Milliarden!

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Jobplattform Stepstone (gehört wie BILD zu Axel Springer). Darin wurden 2000 Eltern mit Kindern unter 10 Jahren zu ihrer beruflichen Situation befragt. Heraus kam: Rund 66 Prozent, die in Teilzeit arbeiten, würden aufstocken, wenn die Rahmenbedingungen – wie beispielsweise die Kinderbetreuung – gesichert wären.

Doch die Realität sieht bitter aus: Laut einer Bertelsmann-Studie fehlen derzeit mehr als 400 000 Kita-Plätze in Deutschland.

Wickeln im Büro? 400 000 Kitaplätze fehlen in Deutschland! Viele Eltern jonglieren täglich mit Job und Betreuung, eines davon hängt immer in der Luft

Wickeln im Büro? 400 000 Kitaplätze fehlen in Deutschland! Viele Eltern jonglieren täglich mit Job und Betreuung, eines davon hängt immer in der Luft

Foto: picture alliance / photothek

Wenn Eltern nicht in Vollzeit arbeiten können, dann bleibt laut der Stepstone-Studie „Working Parents and Beyond“ ein Wirtschaftspotenzial von 22,7 Milliarden Euro in der Gesamtwirtschaft ungenutzt. 80 Prozent davon entfällt auf Frauen (18,1 Milliarden Euro). Um diese Zahlen zu errechnen, haben die Autoren der Studie die durch Teilzeit entgangenen Arbeitsstunden auf ganz Deutschland übertragen und diese mit dem Durchschnittsgehalt multipliziert.

„Das belastet die Wirtschaft“, sagt Wido Geis-Thöne, Experte für Familienpolitik und Migrationsfragen am Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) dem „Handelsblatt“. So könnten viele Unternehmen ihr Produktionspotenzial wegen Personalengpässen nicht ausschöpfen.

Eltern kennen das Thema seit Jahren – doch jetzt kommt es auch in der Wirtschaft an. Besserung? Dafür braucht es eine große und vor allem schnelle Anstrengung!

„Ich gehe davon aus, dass sich die Kita-Krise weiter verschärft und dazu führt, dass sich auch dadurch der Fachkräftemangel weiter erhöht,“ sagt Arbeitsrechtlerin Sandra Maria Runge zu BILD, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Arbeitswelt für Mütter und Väter gerechter zu machen. „Politik und Unternehmen sollten sich daher gemeinsam Strategien überlegen, wie die Kinderbetreuung verbessert werden kann.“

Arbeitsrechtlerin Sandra Maria Runge kämpft beispielsweise für Mütter, die nach der Babypause gekündigt werden

Arbeitsrechtlerin Sandra Maria Runge kämpft beispielsweise für Mütter, die nach der Babypause gekündigt werden

Foto: Sven Darmer

Ihre konkreten Forderungen an die Politik: Kitaplätze ausbauen, den Erzieherberuf finanziell aufwerten und auch den Personalschlüssel so anpassen, dass qualitativ hohe Betreuung angeboten werden kann. Doch auch die Unternehmen müssten in die Pflicht genommen werden – vor allem mit mehr Flexibilität in den Arbeitszeiten.

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