Linz will seine Bürger mit eigenem Notfallplan bei Hitzewellen schützen


LINZ. Heiße Tage und warme Nächte – das erwartet die Linzerinnen und Linzer auch im kommenden Sommer. Je dichter bebaut die Gebiete, desto deutlicher steigen auch die Temperaturen und sinken in Folge weniger. Die Otto-Glöckel-Schule in der Nähe des Bulgariplatzes ist beispielsweise eine der Hitzeinseln im Linzer Stadtgebiet. Im vergangenen Jahr wurden dort 19 Tropennächte gemessen. Das sind Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.

Lange und intensive Hitzewellen

“In den letzten 15 Jahren hatten wir jedes Jahr mindestens eine Hitzewelle. Und diese werden nicht nur häufiger und länger, sondern auch intensiver”, sagt Johannes Horak, Abteilungsleiter Stadtklimatologie und Umwelt der Stadt Linz, bei der gestrigen Pressekonferenz. Die mittlere Höchsttemperatur während so einer Welle liege demnach von Jahr zu Jahr höher. 2023 gab es in der Landeshauptstadt drei Hitzewellen, wovon zwei mehr als 14 Tage andauerten. Das führt zu einer extremen Belastung von Körper und Kreislauf. “Da ist beruflich Anzug und Krawatte tragen zu müssen noch das gelindere Übel”, sagt Bürgermeister Klaus Luger (SP).

30 Grad und mehr

Weil die Prognosen in Richtung vermehrter Hitzetage – mit Temperaturen jenseits der 30 Grad – gehen, wird aktuell von der Stadt Linz ein Hitzenotfallplan entwickelt. Dieser soll, ähnlich wie bei Hochwassergefahr, dabei helfen, die Bevölkerung effizient über die Risiken und ein angepasstes Verhalten zu informieren – ohne kulturelle, soziale oder gesundheitliche Barrieren. Es sollen alle Einwohner von Linz erreicht und etwaigen Fällen von hitzebedingten Erkrankungen oder Todesfällen vorgebeugt werden.

Hitzewarnsystem und Kühlzentren

Neben einem Hitzewarnsystem, möglicherweise in Form einer App, sollen auch aktivierbare Kühlzentren geschaffen werden. Das sind größere Gebäude, die auch in längeren Hitzephasen kühl bleiben oder bereits klimatisiert sind und in einem eigenen Plan erfasst werden. Dieser soll auch Orte im Stadtgebiet beinhalten, die sich im Sommer nicht so stark aufwärmen und für mehr Menschen zugänglich sind.

Obwohl der Notfallplan erst bis Mitte 2025 fertig ausgearbeitet wird, werden laut Klimastadträtin Eva Schobesberger (Grüne) auch heuer bereits Maßnahmen umgesetzt. Ziel sei aber ein systematischer Ablaufplan. (lg)

Autorin
Lena Gattringer

Redakteurin Leben

Lena Gattringer

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