Im „Krone“-Podcast – Asylkodex: „Müssen geltende Regeln auch anwenden“



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Der Asylkodex gilt als sehr umstritten. Doch warum dieser durchaus positive Aspekte besitzt, erklärt Migrationsforscherin Judith Kohlenberger von der Wirtschaftsuniversität Wien. 

Frau Kohlenberger, was halten Sie von dem Vorstoß Vorarlbergs mit dem Beschluss des Asylkodex?
Judith Kohlenberger: Es ist ja ganz konkret im Asylkodex von Vorarlberg vorgesehen, dass Personen, die sich noch im Asylverfahren befinden, dass diese Zugang zu Integrationsangeboten erhalten. Ja, sie müssen sich per Unterschrift dazu verpflichten, dass sie die Kurse auch besuchen, aber man kann es auch umgekehrt sehen. Denn: Dass diesen Personen dieses Angebot unterbreitet wird, bedeutet im Grunde, dem Motto Integration von Tag eins entgegenzukommen. Im aktuellen Integrationsjahrgesetz gibt es diesen Passus, dass Gruppen mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit – das waren bis jetzt vor allem Syrer – dass die im Asylverfahren bereits Zugang zu ebendiesen Integrationsangeboten erhalten sollen. Hier war aber die große Problematik, dass das aufgrund mangelnder Ressourcen nur wenige Jahre funktioniert hat und dass nicht einmal für Asylberechtigte, flächendeckende und lückenlose Deutschkurse angeboten werden konnten. Das jetzt auf die Asylwerbenden auszuweiten, finde ich eigentlich sinnvoll. Denn die Mehrheit wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben und hier lässt man wertvolle Zeit verstreichen. 

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