Greenpeace-Marktcheck: 50 Prozent der Nuss-Nougat-Aufstriche mit Palmöl


Nutella und Co. enthalten kaum Nüsse, aber viel Fett und Zucker – Palmöl stammt häufig aus Waldzerstörung

Wien (OTS) Der Greenpeace-Marktcheck hat Nuss-Nougat-Aufstriche in den österreichischen Supermärkten und Drogerien unter die Lupe genommen. Das Ergebnis zeigt: Mehr als die Hälfte aller Aufstriche wie Nutella enthalten Palmöl, welches häufig für massive Regenwaldzerstörung verantwortlich ist. Bezeichnungen wie Haselnusscreme oder Nuss-Nougat-Aufstrich werden dem Inhalt nicht gerecht, denn sie bestehen zum Großteil aus Zucker und Fett. In den Regalen ist der Bio-Anteil zwar hoch, jedoch finden sich nur drei von 130 Produkten, die uneingeschränkt empfehlenswert sind. Greenpeace empfiehlt rein pflanzliche Nuss-Nougat-Aufstriche in Bio-Qualität, mit europäischen Pflanzenölen und Fairtrade-Siegel. Nutella erfüllt keines der vier Kriterien. Empfehlenswerte Produkte finden sich auch in den Regalen von dm und Billa Plus, die den Marktcheck gewinnen.

Sebastian Theissing-Matei, Greenpeace-Experte: “Viele bekannte Nuss-Nougat-Aufstriche stehen mit Urwaldzerstörung und Kinderarbeit in Verbindung. Vor allem Palmöl ist hier ein Problem. Aber Natur, Klima und Menschenrechte dürfen auch bei Lebensmitteln nicht auf der Strecke bleiben.” Palmöl ist das weltweit meistverwendete Pflanzenöl, denn es ist vielseitig einsetzbar und billig. Auch die Nuss-Nougat-Aufstriche im Marktcheck enthalten zu etwa die Hälfte Palmöl. 80 Prozent der weltweiten Exporte stammen aus Malaysia und Indonesien, wo das Öl oft auf gerodeten Urwaldflächen angebaut wird. Das verursacht klimaschädliche Treibhausgase und befeuert die Klimakrise weiter. Auch für die Natur ist die Abholzung eine Katastrophe, denn für fast 200 bedrohte Tierarten stellt der Anbau von Palmöl die größte Gefahr dar. Bei der Ernte von Haselnüssen kommt es hingegen immer noch häufig zu Kinderarbeit. Alleine in der Türkei, dem größten Produzenten von Haselnüssen weltweit, gehen die Behörden von bis zu 200.000 Kindern aus, die als Wanderarbeiter in der Haselnussernte arbeiten.

Süße Aufstriche wie Nutella und Co. bestehen zu etwa der Hälfte aus Zucker und fast einem Drittel aus zugesetzten Fetten und Ölen wie Palmöl. Das zeigt den Etikettenschwindel bei den Haselnüssen: Nutella enthält 13 Prozent Nüsse und in der Milka Haselnusscreme finden sich überhaupt nur fünf Prozent Haselnüsse. Dass es auch mit umweltfreundlichen und sozial verträglichen Zutaten geht, zeigen die Aufstriche von Billa bio, dm bio und la Vida. Sie sind biologisch und mit fairen Zutaten hergestellt, enthalten kein Palmöl und sind rein pflanzlich. “Nutella und Co. enthalten extrem viel Zucker und Fett. Deshalb sollte man nur in Maßen zu solchen Aufstrichen greifen. Greenpeace empfiehlt beim Einkauf auf Bio-Produkte mit europäischen Pflanzenölen mit einem Fairtrade-Siegel zu achten”, sagt Theissing-Matei.

Den zusammenfassenden Websiteartikel finden Sie hier: https://greenpeace.at/marktcheck/nussaufstriche-mai24/

Bilder und Audio-O-Töne sowie weiterführende Informationen finden Sie unter diesem Link: https://act.gp/3w3nKwp

Unter Angabe der Credits © Mitja Kobal / Greenpeace stehen die Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung. Audio-O-Töne können kostenfrei genutzt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Sebastian Theissing-Matei
Greenpeace-Experte
Greenpeace in Österreich
Tel.: +43 (0) 664 610 39 95
E-Mail: sebastian.theissing@greenpeace.org

Magnus Reinel
Pressesprecher
Greenpeace in Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 8817 2210
E-Mail: magnus.reinel@greenpeace.org

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