Fast 100 Kilo Suchtgift geschmuggelt: Polizei legte Linzer Drogen-Boss (22) das Handwerk


Drogen- und Waffenschmuggel, Betrug, Körperverletzungen, Urkundenfälschungen und schwere Nötigungen: Die Liste der Straftaten, für die sich ein 22-Jähriger demnächst vor dem Landesgericht in Linz verantworten muss, ist lang. Der Deutsche, der gemeinsam mit seiner 20-jährigen Freundin in einer Wohnung in Linz lebte, soll Drahtzieher eines international agierenden Drogennetzwerkes gewesen sein.

Lebensunterhalt finanziert

Mit seinen Helfern brachte er in Summe an die 86 Kilogramm Marihuana, 4 Kilogramm Kokain, 5,6 Kilogramm Speed und weitere Drogen aus Spanien, Andorra, Deutschland und Holland nach Oberösterreich. Ein Teil des Suchtgifts wurde in einer eigenes angemieteten Halle in Leonding zwischengelagert. Mit den Drogengeldern finanzierte sich das arbeitslose Paar seinen Lebensunterhalt und schaffte unter anderem ein neuwertiges Auto an, um Kurierfahrten selbst durchführen zu können. 

In Spanien verpackt und verschickt

Der Polizeibericht liest sich beinahe wie das Drehbuch zu einer Netflix-Drogenserie: So mietete das Linzer Pärchen etwa in Spanien mehrere Wohnungen, wo Helfer mehr als 86 Kilogramm Marihuana höchst professionell abpackten. Mittels Paketdienst wurden die Drogen nach Österreich gebracht. Die Reisen von Österreich nach Spanien und retour finanzierte der 22-jährige “Boss”, damit die versendeten Pakete in Österreich angenommen und verteilt werden konnten.

Ein holländischer Transporteur brachte zudem 4,1 Kilogramm Kokain aus den Niederlanden sowie 10 Kilogramm  Marihuana, Schusswaffen und Munition aus Spanien ins Land.  Der Mann flog bei einer Routinekontrolle in Passau auf und wurde verhaftet. 

Drogen im Darknet bestellt

Über Bestellungen aus dem “Darknet” wurden weitere Drogen, darunter Speed, das Pferdebetäubungsmittel Ketamin, Methamphetamin, MDMA, LSD Trips, Heroin und XTC-Tabletten sowie auch Codein, bestellt und nach Österreich geliefert. Der Organisator versendete auch selbst Drogen ins Ausland und versuchte sich als “Vendor” (Verkäufer) im Darknet. Die dubiosen Geldflüsse, unter anderem mit Kryptowährung, deckten Suchtgiftermittler der LKA OÖ gemeinsam mit Cybercrime-Beamten auf. 

Waffen in Andorra gekauft

Aber auch in Waffenschmuggel waren der 22-Jährige, seine Freundin und mehrere Mittäter verstrickt: Mit gefälschten Waffendokumenten kaufte die Bande Schusswaffen in Andorra und brachte sie über unwegsame Bergstraßen nach Katalonien. 

Das Paar schweigt bislang zu den Vorwürfen, teilte die Polizei am Montagabend mit. Mittäter, denen Beamte des Landeskriminalamts ebenfalls das Handwerk legten, zeigten sich großteils geständig. Laut den Komplizen soll der “Boss” seine Helfer eingeschüchtert und unter Druck gesetzt haben. Teils versprach er auch, im Fall des Falles ihren Rechtsanwalt zu bezahlen. Zwei der Tatbeteiligten wurden bereits rechtskräftig verurteilt.

Prozess am Landesgericht Linz

Die kriminelle Vereinigung rund um das Drogen-Pärchen muss sich demnächst beim Landesgericht Linz verantworten. In Summe wurden in der Causa mehr als 100 Konsumenten und Helfer befragt und der Staatsanwaltschaft Linz zur Anzeige gebracht. 

Auf die Spur des 22-Jährigen war die Polizei im April 2023 im Zuge von Ermittlungen gegen einen 25-jährigen Dealer gekommen. Auf dem Handy des Beschuldigten fanden die Beamten neben unzähligen Suchtgiftbildern, Videos, Fotos von Schusswaffen und Chats mit dem Kopf der Bande. 

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