Bildungsplan bis 2030: So sollen Sachsens Schüler künftig lernen | Regional



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Dresden – Digitalisierung, neue Lernformen, andere Schularten, und was wird aus den Noten? Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (48, CDU) hat am Donnerstag die Ergebnisse seines Projekts „Bildungsland Sachsen 2030“ vorgestellt.

Fast zwei Jahre hatten Lehrer, Schüler, Wissenschaftler, Wirtschaft sowie Vertreter der Kommunen in mehreren Projektgruppen 218 Empfehlungen für die Zukunft des Lernens an Sachsens Schulen erarbeitet. Nach fünf regionalen Bildungsforen in Dresden, Leipzig, Bautzen, Chemnitz und Zwickau und der Auswertung und Prüfung durch die Experten im Kultusministerium sollen nun 64 Vorschläge umgesetzt werden.

Tenor: Die Schüler sollen mehr selbstorganisiert lernen dürfen, Schulen erhalten mehr Eigenverantwortung und ein frei verfügbares Globalbudget. Es gelte, mehr Kompetenzen als reines Faktenwissen in der Schule zu vermitteln, so Piwarz. Dazu planen der Minister und seine Experten, u. a. den Aufbau von multiprofessionellen Teams. Schulsozialassistenten, Verwaltungsassistenten oder Fortbildungsexperten sollen die Wissensvermittlung an den Schulen „in ihrer Gesamtheit“ angehen.

Für Lehrer gilt künftig: Digital first! Ein E-Campus sorgt bald verpflichtend dafür, dass Lehrer auf der Höhe der digitalen Zeit sind und bleiben. Digitale Lerninhalte sollen stärker in den Unterricht und die Stundentafel integriert werden. Genau wie fächerübergreifender Unterricht künftig viel stärker angeboten werden soll – im Umfang von mindestens zwei bis sechs Wochenstunden.

Auch vorgesehen: die stärkere Einbindung von externen Bildungspartnern aus Wirtschaft, von Forschung – etwa den Universitäten – und den Museen. Auch dafür könne das Globalbudget verwendet werden.

Die Noten bleiben!

Kontroverse Debatten hatte es während des Diskussionsprozesses um das Thema Schulnoten gegeben. Ergebnis: In Sachsen werden weiter Zensuren vergeben – allerdings mit einer Art Öffnungsklausel, um auch alternative Bewertungssysteme zu erproben, wie es heißt.

Bedingung dafür laut Piwarz: sie müssen „eine differenziertere und objektive Einschätzung der Schülerinnen und Schüler ohne Mehraufwand für Lehrkräfte ermöglichen“. Allerdings nur in ausgewählten Fächern und unter wissenschaftlicher Begleitung voraussichtlich ab dem Schuljahr 2025/2026 erproben.

Für Grundschulen gilt, dass Noten in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Sachkunde auch künftig ein Muss sind. In allen anderen Fächern – also etwa Sport, Kunst oder Werken können die Schulen in Abstimmung mit der Schulaufsicht und bei Zustimmung durch die Schulkonferenzen alternative Bewertungsformen einführen.

Umgesetzt werden sollen die Reformen bis zum Jahr 2030. Und anders als bisher sei vorgesehen, das Bildungssystem insgesamt einer andauernden Kontrolle und Verbesserung zu unterziehen, statt wie zuletzt starre Bildungspläne auf 20 Jahre festzulegen.

Zu den Kosten der Reform wollte sich Piwarz nicht festlegen, sagte nur, „wenn wir jetzt nicht investieren, werden wir es später doppelt und dreifach bezahlen“.

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