BBL-Play-offs: Riesen Ludwigsburg sortieren Top-Star aus – nun gegen Bayern! | Sport


Sie waren schon tot geglaubt. Jetzt stehen die MHP Riesen Ludwigsburg im Viertelfinale der Easycredit Basketball Bundesliga. Im entscheidenden Play-In-Spiel schlug der Tabellen-Achte den Zehnten Veolia Towers Hamburg mit 93:78 (45:35). Und trifft in der Viertelfinal-Serie (Best-of-5) ab Samstag (20.30 Uhr, Dyn) auf Top-Favorit FC Bayern.

In der regulären Saison hatten die Ludwigsburger beide Partien gegen ihren Lieblingsgegner (Bilanz 9:2) verloren. Nach der bitteren 69:90-Klatsche im ersten Play-In-Spiel in Bonn trauten selbst die Fans ihren Riesen nichts mehr zu – in der Arena mit 4129 Plätzen verirrten sich nur 1387 Zuschauer.

Alle, die zu Hause geblieben waren, verpassten eine Wiederauferstehung!

Denn seit den Berichten, dass der Vertrag mit Trainer Josh King nicht verlängert wird, hatten die MHP Riesen acht von zehn BBL-Spielen verloren!

„Unsere Jungs haben Charakter“, sagte King hinterher im Dyn-Interview. „Wir sind in den letzten sechs Wochen durch eine schwere Zeit gegangen. Aber die Jungs haben sich heute wirklich gezeigt und einen Weg gefunden. Es ist eine großartige Belohnung für ein Team, das in die Play-offs gehört. Wir haben gegen Bayern jetzt nichts zu verlieren.“

Bei den Towers kehrte Center Aleksander Dziewa (Knie) ins Team zurück. Dafür musste Mark Hughes als siebter Ausländer zusehen. Ludwigsburgs Trainer Josh King setzte schon vor dem Spiel das erste Ausrufezeichen: Der zuletzt schwache Top-Scorer Jayvon Graves war nicht mal im Kader!

Knallhart-Entscheidung: MHP Riesen Ludwigsburg sortieren Top-Star aus!

„Eine interne Team-Entscheidung, von der wir denken, dass sie uns die beste Chance gibt, zu gewinnen“, begründete King. In der Halbzeit legte der Vorsitzende Alexander Reil noch mal nach: „Wir haben ein einfaches Credo ausgegeben: Es spielen die, die bereit sind, sich den Allerwertesten aufzureißen, oder zumindest dazu in der Lage sind.“

Zudem fehlte erneut Ariel Hukporti. Der ehemalige Jugend-Nationalspieler war erst Anfang April aus Australien zu seinem Ex-Klub zurückgekehrt. Bitter: Ausgerechnet in den wichtigsten Spielen des Jahres fehlte der Center! Draft-Kandidat Hukporti reiste zum NBA Combine nach Chicago, um seine Chance auf einen Platz in einem NBA-Team zu erhöhen…

Minus mal Minus ergab Plus!

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Teaser-Bild

Quelle: AP/BILD

Den Towers gehörte die erste Minute (4:0) – dann legten die Gastgeber los. Die Riesen verteidigten stark, erzwangen in der ersten Hälfte zehn Ball-Verluste und gewannen das Rebound-Duell. „Das war Ludwigsburger Basketball“, sagte Dyn-Experte Basti Doreth. „Du hast Energie in der Truppe gespürt.“

Während Aufbauspieler Desure Buie in Abwesenheit von Graves aufdrehte (26 Punkte), klappte bei den Türmen nichts. Der erste Dreier flog in der 20. Minute durchs Netz. Doreth: „Die Towers sind von der Körperlichkeit gar nicht reingekommen.“

Leistungsträger V.J. King (2 Punkte, 6 Ballverluste) tauchte komplett ab. „Wir brauchen ein anderes Gesicht!“, forderte Trainer Benka Barloschky in seiner Auszeit im dritten Viertel. „Wir müssen mit mehr Selbstvertrauen spielen. Wir haben uns das das ganze Jahr erarbeitet.“

Towers-Trainer mit Liebeserklärung an sein Team

Doch statt einen Lauf zu starten, ging das Fehlerfestival weiter. Im Schlussviertel wurde Barloschky emotional, machte seiner Mannschaft sogar eine Liebeserklärung: „Jungs, egal wie dieses Spiel ausgeht. Ich bin verdammt stolz auf euch, ich liebe euch!“

Top-Scorer Aljami Durham gab die Liebe körbeweise zurück, machte 25 (!) seiner 34 Punkte in den letzten zehn Minuten und stellte eine Karriere-Bestleistung auf. Wahnsinn! Co-Trainer Stefan Grassegger nahm ihn an der Seitenlinie mit Tränen in den Augen in den Arm. Es sah nach Abschied aus. Der Ami wird für die Towers nicht zu halten sein. Genau wie weitere Leistungsträger.

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