Aufstieg auf der Tribüne: Hahn bedauert Preußen-Abschied! | Sport


Klingt auf den ersten Zuruf zwar verrückt – und ist doch ernst gemeint…

„Ich hoffe, dass es mein letztes Spiel im Adlertrikot war,“ so Alexander Hahn (31) nach der bitteren 0:2-Pleite in Verl, durch die Münsters Traum vom direkten Durchmarsch in die 2. Liga zumindest um eine weitere Woche vertagt wurde.

Aufstieg auf der Tribüne. Hahn bedauert Preußen-Abschied!

Die Aussage des kampfstarken Innenverteidigers lässt sich ganz einfach entschlüsseln. Weil er gegen die Ostwestfalen seine 5. Gelbe kassierte, darf Hahn beim Saison-Finale am Samstag daheim gegen Unterhaching (13:30 Uhr) nicht auflaufen. Er wäre erst wieder in der Relegation – aktuell gegen den SV Wehen Wiesbaden – einsatzberechtigt, die am 24. und 28. Mai ausgetragen wird. Doch die würden sich die Preußen natürlich liebend gern klemmen.

Hahn, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, überzeugt: „Ich will und werde den Aufstieg auf der Tribüne gegen Unterhaching feiern. Mit der Unterstützung unserer großartigen Fans machen wir im eigenen Stadion alles klar.“ Und weiter: „Wir brauchen keine Entscheidungsspiele!”

Hoch, höher, Hahn! Gleich zweimal scheiterte Preußens Alex Hahn in Verl mit seinen Kopfbällen nur ganz knapp

Hoch, höher, Hahn! Gleich zweimal scheiterte Preußens Alex Hahn in Verl mit seinen Kopfbällen nur ganz knapp

Foto: Friso Gentsch/dpa

Bedeutet allerdings im Umkehrschuss: Hahn hat bei den „Schwarz-Weiß-Grünen“ bereits fertig. „Leider,“ wie er versichert, „ich wäre wirklich sehr gern in Münster geblieben, hatte hier zwei tolle Jahre. Der Verein ist mir richtig ans Herz gewachsen!”

Die Preußen aber haben andere Pläne. Neben Hahn müssen auch Shaibou Oubeyapwa (31), Dennis Grote (37) und Darius Ghindovean (22) den Sportclub verlassen. Bei Kapitän Marc Lorenz (35) ist die Entscheidung noch offen, während sich Kult-Keeper Maximilian Schulze Niehues (35) freiwillig fürs Karriere-Ende entschieden hat (BILD berichtete). Um ab Herbst im Lehrer-Beruf durchzustarten.

Für wen er künftig die Fußballschuhe schnüren wird, lässt Hahn offen. Weil er sich tatsächlich auch noch nicht darum gekümmert hat. „Mein Fokus ist voll und ganz auf Preußen gerichtet. Erst wenn wir hier unser Ding über die Ziellinie gebracht haben, werde ich schauen, was geht.”

Bei seiner Qualität dürfte der Defensiv-Profi definitiv einige Angebote erhalten. Gerade auch wegen seines bärenstarken linken Fußes. Und weil er sich in den vergangenen Wochen noch einmal nachhaltig ins Schaufenster stellen konnte, seitdem er im März wieder den Vorzug vor Simon Scherder (31) erhielt.

Auch Paderborn-Profi Marcel Hoffmeier (l.) – stilecht im Preußen-Trikot – drückte seinen Ex-Kollegen zusammen mit Kumpel Patrick (r.) in Verl die Daumen. Leider vergeblich...

Auch Paderborn-Profi Marcel Hoffmeier (l.) – stilecht im Preußen-Trikot – drückte seinen Ex-Kollegen zusammen mit Kumpel Patrick (r.) in Verl die Daumen. Leider vergeblich…

Foto: PRIVAT

Vor gut 4000 mitgereisten Adler-Anhängern (unter ihnen auch Ex-Preuße Marcel Hoffmeier) gehörte in Verl der Deutsch-Russe, geboren in Omsk, erneut zu den auffälligsten Akteuren der Gäste. Selbst in der Offensive. So hatte er gleich doppelt Pech, dass seine Kopfbälle (66./85.) nur knapp das Gehäuse von SC-Torhüter Luca Unbehaun (23) oder von ihm mit letzter Kraft aus dem Winkel gekratzt wurden. Zudem war Hahn Vorbereiter des vermeintlichen Ausgleichstores durch Niko Koulis (24/71.), das der insgesamt schwache Schiedsrichter Dr. Robin Koch (28/Wuppertal) wegen hauchdünner Abseitsstellung jedoch nicht anerkannte.

Seit Hahn im Juli 2022 von Viktoria Berlin an die Hammer Straße wechselte, bestritt er 56 Pflichtpartien für die Preußen (4 Tore/3 Vorlagen) und saß in der Vor-Saison nur zweimal wegen Gelbsperre und Krankheit draußen. In der laufenden Spielzeit kam’s für Hahn dann –neben dem gesetzten Koulis – in der Innenverteidigung zum Job-Sharing mit Scherder.

Der Zweitliga-Aufstieg mit Preußen wäre für Alexander Hahn der Höhepunkt seiner Karriere

Der Zweitliga-Aufstieg mit Preußen wäre für Alexander Hahn der Höhepunkt seiner Karriere

Foto: IMAGO/Eibner

Was er mit Fassung trug. „Ich hatte stets den Antrieb, mich über gute Trainingsleistungen zu empfehlen. Wenn’s trotzdem nicht für die Startelf reichte – warum auch immer – habe ich mich nie hängen lassen. Sondern versucht, mit guter Stimmung meine Mitspieler zu puschen.” Wodurch er seine Stellung innerhalb des Teams zusätzlich stärkte.

Trotzdem steht jetzt seine Verabschiedung bevor. Die er unbedingt als Doppel-Aufsteiger erleben möchte. Rauf in die 2. Liga – es wäre der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. Passt irgendwie. Schließlich heißt es doch: Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist…

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Foto: Privat

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