Andrei Beloussow: Putins neuer Kriegsminister war Kollege von Gerhard Schröder | Politik


Er ist der neue starke Mann an der Spitze von Russlands verbrecherischem Militärapparat, soll die Wirtschaft in den Kriegsdienst stellen – und Experten zufolge auch einen möglichen Konflikt mit der Nato vorbereiten: Andrei Beloussow (65).

Kreml-Chef Putin hat Beloussow am Sonntag an die Stelle seines langjährigen Verteidigungsministers Sergej Schoigu (65) ins Amt gehoben. Und mit ihm rücken auch die Lobby-Aktivitäten von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (80) wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Denn: Beloussow und Schröder sind langjährige Bekannte und sogar Kollegen!

Beloussow war Putins Wirtschaftsberater, als er 2015 zusätzlich zum Aufsichtsratschef bei Rosneft ernannt wurde. Obwohl börsennotiert, hält der russische Staat die Mehrheit an dem Ölkonzern und ist sehr eng in die Auswahl der Personalien eingebunden. CEO Igor Setschin (63) ist ein langjähriger Kumpel des Diktators.

Doch nach zwei Jahren fand der Kreml wohl einen noch besseren Mann für den Top-Job bei Rosneft: Gerhard Schröder – der laut eigener Aussage mit Diktator Putin befreundet ist. Er wurde zum Chef-Aufseher von Rosneft gewählt, Beloussow war seinen Posten los.

Beloussow lobte Schröder in den höchsten Tönen

Nicht nur das: Der deutsche Energie-Lobbyist soll besser bezahlt worden sein als sein Vorgänger. Laut Beschluss der Hauptversammlung für 2019 bekam Schröder ein Gehalt von 600 000 US-Dollar. Sein Freund und Ex-Stasi-Major Matthias Warnig (68), der schon seit 2011 im Rosneft-Aufsichtsrat saß, bekam 580 000 Dollar.

Beide Vergütungen waren laut der Denkfabrik „Warsaw Institute“ deutlich höher als die Bezahlung von Beloussow.

Ex-Kanzler Schröder war Aufsichtsratschef beim russischen Energieriesen Rosneft

Ex-Kanzler Schröder war Aufsichtsratschef beim russischen Energieriesen Rosneft

Foto: OLGA MALTSEVA/AFP

Warum ihm Schröder vor die Nase gesetzt wurde? Der Verdacht von Kreml-Kennern und Analysten lautet: Putin wollte die Macht von Rosneft-CEO Setschin begrenzen und einen Mann installieren, dem er noch wohler gesonnen war …

Nach außen gab sich Beloussow begeistert über Schröders Rosneft-Karriere: „Für Russland und Rosneft ist es eine große Wohltat, wenn Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat einziehen würde. Ich persönlich wäre sehr glücklich, wenn das passiert.“

Denn: Schröder war DAS Aushängeschild der russischen Energiewirtschaft in Europa und besonders in Deutschland, konnte durch seine Kontakte als Ex-Kanzler das Gas-Projekt Nord Stream 2 voranbringen wie kein Zweiter. Das schien mit seinem dritten Top-Posten bei Rosneft (nach dem Posten bei Nord Stream und Nord Stream 2) belohnt worden zu sein.

Erst nach Russlands Ukraine-Invasion im Februar 2022 gab Schröder seinen Rosneft-Job nach Druck aus Deutschland auf.

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